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Wie werde ich als professionelle Kulturschaffende anerkannt?

Dieses Merkblatt legt die allgemeinen und spezifischen Kriterien fest, die es für verschiedene Bereiche erlauben, eine Person als „professionelle Kulturschaffende“ anzuerkennen. Ein Fachwörterverzeichnis erklärt ausserdem den Gebrauch von wichtigen Ausdrücken.

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Tätigkeitsbericht

Dani Mangisch

Die vielen Gesichter des Echten

Manchmal geschieht es, dass in der täglichen Flut von Stimmen die eine oder die andere ist, die sich nicht sogleich verflüchtigt. Stimmen, die sich einprägen wie Meisterwerke dem Auge. Dani Mangisch hat so eine Stimme. In ihr schwingt zu viel mit, als dass sie flugs ins Vergessen gehen könnte. Zum Glück ist Dani Mangisch Schauspieler und Sprecher geworden. Bekäme man diese Stimme nur in einem privaten Umfeld zu hören, dächte man an Verschwendung.

Aber so setzt er seine Stimme auf Theaterbühnen, in Kino-, Fernseh- oder Kurzfilmen ein, hält Lesungen, nimmt Hörbücher oder Hörspiele auf. Es ist jetzt aber nicht so, dass man bei Dani Mangisch nur hinhört, wenn er auftaucht. Ganz und gar nicht. Der Oberwalliser ist ein enorm körperlicher Mensch. Und wenn er sich vor einem hinstellt, könnte man wegschauen. Man will aber nicht. Zu sehr ist man rasch damit beschäftigt seinen Bewegungen zu folgen. Wenn er spricht, geben seine Hände seinen Worten den Rhythmus vor - dirigiertes Erzählen.

Dani Mangisch ist ein sprachvernarrter Schauspieler. Ein Erklärungsversuch für seine Liebe zum geschriebenen und gesprochenen Wort folgt sogleich. „Vielleicht“, witzelt er, „liegt es daran, dass ich als Kind meine Neigungen zur Musik nicht genügend ausleben konnte. Denn meine Schwestern fanden gar nicht, dass ich sehr musikalisch sei.“ So blieben ihm der Klang und die Melodie der Wörter. Dass er hingegen eine Begabung für das Geschichtenerzählen und Schauspielern hatte, war selbst in seiner Familie unbestritten.

In der Schule traf er auf Lehrpersonen, die sein Talent förderten. Und so reifte während den Proben auf der Kollegiumsbühne unter der Regie von Engelbert Reul sein Entscheid, die Schauspielakademie in Zürich zu besuchen. „Am Anfang der Ausbildung habe ich ständig auf Anweisungen gewartet“, blickt der Bettmer auf diese Zeit zurück. Erst später habe er begriffen, dass dort niemand gewillt war, ihm fertige Rezepte in die Hand zu drücken. Langsam habe er dann verstanden, auf was es ankomme. „Es geht darum, sich intensiv mit etwas zu beschäftigen, Dinge zu untersuchen, bis du mehr darüber weisst als alle anderen.“ Erst wenn er diese Vorarbeit geleistet habe, könne er wieder alles vergessen. Dann sei er bereit, sich auf das Spiel einzulassen und es fliesse wie von selbst. „Das ist der Moment, in dem du authentisch bist.“

Das Echte hat bei ihm viele Gesichter. In seiner Karriere wagte er sich an die unterschiedlichsten Theaterstücke, Drehbücher und Texte. Solche, mit Szenen des romantischen Kennenlernens, der dramatischen Abschiede und des Verweilens am Rande des Wahnsinns. Tränen, Wut, Blut – die ganze Palette des Menschseins eben. „Wichtig sind gute Texte. Da mache ich keine Abstriche. Das gilt für eine Bühnenproduktion genauso wie für einen Werbespot.“

Dani Mangisch gesellte sich zu den professionellen Theaterschaffenden im Oberwallis als diese Szene einige Jahrringe angesetzt hatte und schon auf eine Geschichte zurückblicken konnte. Es fällt ihm jedoch schwer zu formulieren, wie sich dieser Theaterplatz in den letzten 20 Jahren entwickelt hat. Viel zu sehr hätte sich seine eigene Situation darin verändert. „Als Anfänger hat man es immer schwer. Keiner kennt dich und du verfügst noch nicht über ein berufliches Netzwerk.“ Seine Erfahrungen und sein Umfeld sind ihm heute hilfreich. Inzwischen hat Dani Mangisch seine Zelte in Zürich aufgeschlagen; er  ist aber regelmässig beruflich im Wallis anzutreffen.

Kunstschaffenden, die auch ausserhalb des Wallis erfolgreich sind, wird oft die Frage gestellt: „Was bedeutet Ihnen das Wallis?“ Das klingt dann oft wie ein Heischen nach einem Geständnis. Zumindest einen Satz mit „meine Wurzeln…“ sollte man ihnen doch abringen können. Die Erfolgreichen lässt man hier nicht so gerne ziehen, ohne dass sie nicht immer wieder Zeugnis davon geben, woher sie stammen. Dani Mangisch gehört zu den Künstlern, denen man die Wallis-Frage stellen mag. Er betont denn auch, wie sehr ihn das Sichbewegen in der gebirgigen Landschaft geprägt hat. Durch das Skifahren in den tief verschneiten Wäldern der Bettmeralp entwickelte er ein ausgeprägtes Körpergefühl und eine Behändigkeit, die ihm in seinem Beruf noch immer zugutekommt.

Es gibt eine Menge Projekte, die der 43-Jährige noch verwirklichen möchte. Nächstens wird er in der TV-Krimi-Serie „Tatort“ zu sehen sein. Als Opfer oder als Bösewicht will er noch nicht verraten. Im September 2016 beginnen die Dreharbeiten zur Kinokomödie "Flitzer" von Peter Luisi und Beat Schlatter. Darin spielt Dani Mangisch eine grössere Rolle. Besonders am Herzen liegen ihm jedoch Produktionen für Kinder. Legendär ist der „Coboi Klaus“, ein Hörspiel, das in der Kindersendung Zambo auf SRF1 über den Äther ging. „Die Arbeit für Kinder erfüllt mich mit Freude.“ Als Kind habe er selber durch Geschichten eine geballte Ladung Leben mitbekommen. Darum finde er diese Arbeit so wertvoll.  

„Glücklich macht mich das Wissen darum, dass es ein Projekt nicht gäbe, wenn ich es nicht realisiert hätte“, sagt Dani Mangisch. So einfach drückt er seine Glücksformel aus. Und es bleibt dem Zuhörer überlassen, in dieser simplen Aussage zu erahnen, wie viele Gedanken er sich vorher über das Leben und das Wesen der Lebendigkeit gemacht hat, um es nun auf den Punkt zu bringen.  

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Erschienen: September 2016
Text: Nathalie Benelli
Fotos: © Valérie Giger

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