Der Walliser Festivalsommer überzeugt durch seine grosse Vielfalt! Damit du den Überblick behältst WAS, WANN, WO läuft, haben wir dir eine kleine Auswahl aus dem Wallis zusammengestellt! ...
Entdecke das Künstlerportrait der Walliser Schriftstellerin Marlène Mauris.
(auf Französisch)
"Es stellt sich heraus, dass ich jemand bin, der in allem sehr ungeduldig ist, besonders beim Schreiben. Ich habe oft Kurzgeschichten geschrieben. Als Kind eher kleine Comics, später dann Kurzgeschichten, auch weil im Alltag wenig Zeit blieb. Ich habe sehr viele Novellen geschrieben und mir dabei vorgestellt, dass sie Ausgangspunkte für etwas anderes seien. Aber nie hat etwas meine Fantasie wirklich genug gereizt, um daraus eine vollständige Geschichte aufzubauen."
"2015 hatte ich das Glück, an einer Projektausschreibung teilzunehmen. Es ging um das zweihundertjährige Jubiläum vom Beitritt des Wallis zur Schweiz. Das war der erste Text, bei dem ich wirklich Lust bekam, diesen weiterzuentwickeln. Weil ich andere AutorInnen kennenlernen und ihnen Fragen stellen konnte. Die Beziehung zu Gleichgesinnten ist sehr wichtig, würde ich sagen. Aber vor allem das Entdecken, wie andere schreiben.
Ungefähr zur selben Zeit schrieb ich an einer Novelle, aus der später das erste Kapitel von 'Escarpées' wurde. An diesem ersten Kapitel habe ich sehr lange gearbeitet. Ich habe unzählige Anfänge ausprobiert. Dann wurde mir klar, dass ich mir nicht nur Zeit zum Schreiben geben muss, sondern um meinen kreativen Prozess zu verstehen. Das war der eigentliche Auslöser."
"Ich habe keine wirkliche Schreibroutine. Ich bewundere Menschen sehr, die Disziplin haben, zu einer bestimmten Uhrzeit aufzustehen und zu festen Zeiten zu schreiben. Ich selbst kritzle viel. Leider oder glücklicherweise habe ich Unmengen an Notizbüchern. Deshalb landet jede Idee in dem ersten Heft, das mir gerade in die Hände fällt. Danach finde ich meine Notizen oft nicht mehr wieder und muss herumwühlen. Dass die Idee durch die Hand gegangen ist, ist das Wesentliche meines Prozesses. Sobald sie durch meine Hand gegangen ist, weiss ich, dass sie in mir verankert ist und irgendwann ausformuliert werden kann."
"Es inspiriert mich sehr, Gesprächen zuzuhören. Die Zeit im Lebensmittelgeschäft war fantastisch, weil man da Zuschauerin des Alltagslebens ist. Man hört Menschen miteinander sprechen. Für sie ist es, als wäre die Ladenbesitzerin gar nicht da, obwohl sie da ist. Das war unglaublich anregend, um Dialoge einzufangen. Ich schreibe nämlich sehr gerne Dialoge. Deshalb höre ich auch gerne Leuten im Bus zu. Manchmal gibt es spannende Ausdrücke oder Formulierungen. Auch in Bars liebe ich es, den Menschen zuzuhören."
"Es ist paradox, denn ich muss das Ende der Geschichte kennen. Ich muss also das Ziel kennen, bevor ich anfangen kann zu schreiben. Danach geht es rasch voran. Der anschliessende Korrekturprozess ist langsam, aber das Schreiben selbst ist sehr flüssig, sehr linear. Es ist schon verrückt, aber sobald ich den letzten Satz kenne, kann ich den ganzen Mittelteil schreiben."
"Unter meinen Projekten gibt es etwas, das mir besonders am Herzen liegt. Das war der Funke, der es ermöglicht hat, den ersten Roman zu schreiben oder jedenfalls den Prozess bis zum Ende durchzuziehen. Als ich mein Lebensmittelgeschäft hatte, nahm ich mir nämlich jeden Tag eine einzige Routine vor: einen kleinen Dialog aufzuschreiben, etwas, das ich gehört hatte. Ich nannte das 'die Geschichten der Ladenbesitzerin'. Es waren nur drei oder vier Sätze voller Interaktionen und dann eine kleine Pointe am Schluss.
Es ist ein Traum von mir, diese 'Geschichten der Ladenbesitzerin' zu veröffentlichen. Mein Ziel wäre es, mit bildenden KünstlerInnen zusammenzuarbeiten, um daraus ein schönes Werk zu machen. Noch lieber als einen Roman zu schreiben, hätte ich dieses gemeinsame Werk."
Künstlerin Marlène Mauris
Interview Louison Bühlmann / Kultur Wallis
Video Guillaume Carel & David Gross societe-ecran media
Editing David Gross societe-ecran media
Bilder ©Kultur Wallis | David Gross / societe-ecran media
Spotify: https://open.spotify.com/show/7EKRmHl4wTzi6rFNxJ268i
Die Vielfalt der Walliser Natur schlägt sich auch in der Vielfalt der Walliser Kulturlandschaft nieder. Dies ist auf die beseelte Arbeit der Walliserkunstschaffenden in den verschiedensten Kunstsparten zurückzuführen. Die Künstlerporträts zeigen das Werken und Leben dieser Persönlichkeiten.

Bastien Fournier © Céline Ribordy | Kultur Wallis

Helga Zumstein © Diana Pfammatter

Foto: © Sebastian Magnani / Plattform Kultur Wallis

Benjamin Kniel © Céline Ribordy | Kultur Wallis

Ephraim Salzmann ©Sebastian Magnani/Plattform Kultur Wallis

© Sebastian Magnani | Plattform Kultur Wallis

Rolf Hermann
©Plattform Kultur Wallis | Aline Fournier