Theaterstücke, Tanz, Märchen oder Kinobesuche – das Team von Kultur Wallis hat für dich die kulturellen Angebote für Kinder und Familien im Wallis zusammengestellt. Hier findest du spannende...
Entdecke das neue Künstlerportrait des Walliser Zirkuskünstlers Bastien Alvarez!
2014 habe ich die zweite Ausgabe des « Labo Cirque » gemacht, ein Projekt, das bis heute besteht. Im Projekt sind junge Amateure dazu eingeladen, während drei Wochen an einer Kreation zu arbeiten. Dabei werden sie von einem professionellen Umfeld begleitet. Es gibt Regisseure, Lichttechniker, Kostümbildner und viele mehr. Drei Wochen lang arbeiten sie wie verrückt, um ein mehr oder weniger überzeugendes Ergebnis zu erzielen. Das Entscheidende ist hier nicht das Endresultat, sondern der Prozess.
Nach dieser Erfahrung dachte ich mir: «Das ist es! Da ist etwas, das mir entspricht. Genau das will ich machen.» In diesem Moment wurde es sehr klar für mich. Letzten Endes benötigte das Ganze aber ein wenig Zeit, bis es wirklich in die Gänge kam. Ich hatte gerade mein Studium als Sozialarbeiter abgeschlossen. Im letzten Studienjahr nutzte ich die Gelegenheit, die Aufnahmeprüfungen der Zirkusschulen zu machen. Ich wurde an die « ACAPA » in den Niederlanden aufgenommen. Ich hatte gerade erst mein Diplom als sozial-kultureller Animator abgeschlossen. Zwei Wochen später bin ich für eine vierjährige Ausbildung in die Niederlande gefahren.
Während meiner Zirkusausbildung in den Niederlanden haben wir zweimal im Jahr Stücke kreiert, zumindest kleine Nummern. Das diente dazu, uns an eine bestimmte Art von Kreation zu gewöhnen. Es war sehr akademisch. Das Ganze war Teil der Hochschule für angewandte Künste in den Niederlanden. Wir starteten mit einer Idee oder einem Konzept, das wir auseinanderlegten, um dazu wissenschaftliche Recherchen zu machen. Diese bildeten wiederum ein theoretisches Gerüst oder ein Konzept, das wir mit physischer Improvisation bearbeiteten, um zu sehen, was daraus entstand. Ich war sehr von diesem Ansatz geprägt. Mein akademischer Hintergrund im Sozialwesen verstärkte dies. Es entspricht mir, so vorzugehen, dass ich zuerst eine Idee habe und dann in der Theorie schaue, was sich dahinter versteckt und von wo es kommt. Dann versuche ich, die Zusammenhänge des Konzeptes zu erfassen und dieses dann in der physischen Welt umzusetzen.
Ich mag es, zu forschen, Informationen zu sammeln, zu verstehen, worüber ich sprechen möchte und es dann auf meine Art umzusetzen. Es gibt immer wieder Bilder, die in meinem Kopf auftauchen. Darauf habe ich ein starkes Vertrauen. Bilder sind für mich unglaublich wichtig. Manche Menschen glauben nicht daran. Das ist okay. Ich weiss, dass es für mich so funktioniert. Ich sehe etwas in meinem Kopf und sage: «Da gibt es eine Emotion, die sich übertragen lässt. Etwas, das auf der Bühne gespielt werden kann.» Dann teste ich das. Vielleicht funktioniert es gar nicht. Es gibt Bilder, die funktionieren und andere, die legt man zur Seite. Das ist völlig in Ordnung.
Die Vorstellung in einem Zirkuszelt zu spielen, begeistert mich sehr. Das ist etwas, worauf ich Lust habe. Im ersten Winter nach meinem Abschluss im Jahr 2021 bin ich mit der Compagnie « O’Chap » in Lausanne in einem Zirkuszelt aufgetreten. Es war mitten im Winter, kalt, aber grossartig. Im Zirkuszelt geschehen Dinge, die anderswo nicht entstehen. Ich fühle mich im Zirkuszelt sehr wohl. Vor zwei Jahren konnte ich im Gros-de-Vaud spielen, ein kleines One-Shot-Stück in einem Zelt. Etwas verbindet mich mit dem Zirkuszelt. Ich weiss noch nicht genau in welcher Form, aber es ist auf jeden Fall ein Traum oder ein Wunsch für die Zukunft, eines Tages sagen zu können, dass ich ein Projekt im Zirkuszelt realisiere.
Künstler Bastien Alvarez
Interview Louison Bühlmann / Kultur Wallis
Video Alexandre Bugnon societe-ecran media
Editing David Gross societe-ecran media
Bilder ©Kultur Wallis | Alexandre Bugnon / societe-ecran media
Spotify: https://open.spotify.com/show/7EKRmHl4wTzi6rFNxJ268i
Die Vielfalt der Walliser Natur schlägt sich auch in der Vielfalt der Walliser Kulturlandschaft nieder. Dies ist auf die beseelte Arbeit der Walliserkunstschaffenden in den verschiedensten Kunstsparten zurückzuführen. Die Künstlerporträts zeigen das Werken und Leben dieser Persönlichkeiten.

Bastien Fournier © Céline Ribordy | Kultur Wallis