Daniel Schweizer

Es gibt engagierte Künstler, die laut aussprechen, was viele Leute leise denken, oder gar nicht wagen zu denken. Der Filmregisseur Daniel Schweizer, der seit langer Zeit im Wallis lebt, ist ein solcher Künstler. Mit seiner Kamera in der Hand, Büchern in der Tasche, und tausend Ideen im Kopf, fliegt er rund um die Welt, um uns von ergreifenden Geschichten zu erzählen, in denen die Schweiz jedoch nicht immer die beste Rolle spielt. Für Daniel Schweizer ist es klar, dass er in seiner Rolle als Filmregisseur Stellung beziehen, Misstände anpragern und Verantwortung übernehmen will. Wir haben ihn für Sie getroffen. Sie dürfen gespannt sein!

Podcast: Daniel Schweizer

auf Französisch

Hinter den Kulissen

Der Weg zum Film

Am Anfang war mir nicht wirklich bewusst, dass es möglich ist, in der Schweiz Kinofilme zu machen ich habe es mir nie richtig vorgestellt. Der Zufall wollte es, dass ich eines Tages bei einem Workshop im «Beaux-Arts», den Filmregisseur Francis Reusser traf, der mir sagte: «Hier finden Sie Kameras und Filmmaterial. Filmen Sie!» Und so habe ich das Glück am Schopf gepackt und einfach losgelegt. Mehr und mehr hat es meinem persönlichen Wunsch entsprochen, die Welt über dieses Medium darzustellen. Auf diese Weise habe ich die Kinowelt entdeckt. Schritt für Schritt lernte ich diesen Beruf und die Techniken zu beherrschen.

Schaue dahin, wo alle wegschauen

Ich liebe diese Redensart: «Schaue dahin, wo alle wegschauen.» Das heisst für mich, voranzuschreiten, um besser zu verstehen und die Komplexität der Dinge zu verinnerlichen. Ich denke, dass ein Film das Teilen einer persönlichen Arbeit ist. Ich finde es wichtig, dass Filme die Perspektive von Menschen verändern können. Ich gebe zu, dass dies etwas utopisch klingen mag, doch es kommt immer wieder vor.   

Die Schönheit der Dinge

Ich sage oft, dass wenn man einen Film macht, hat man eine Verantwortung. Mit meinen Filmen gehe ich oft dahin, wo die Dinge schwierig sind. Ich drücke mit dem Finger auf die Wunde. Dabei schütze ich mich mit der Schönheit der Erde, die es eben auch gibt. Weiter hoffe ich, dass ich mit meiner Arbeit, zu einer Message beitragen kann, für mehr Toleranz und Intelligenz in der Welt. So kämpfe ich für Werte, die mir wichtig sind.

Sonnen- und Schattenseiten zeigen

Filmemachen bedeutet für mich, nicht nur Geschichtenerzählen oder die Auseinandersetzung mit einem Thema. Filmemachen bedeutet für mich auch eine Position zu vertreten, mich an Debatten zu beteiligen. Das sind Debatten unserer Gesellschaft und Debatten unserer Welt von heute. Ich gehe mit meinen Filmen auf die Welt zu und versuche zu teilen, was ich in dieser Welt entdecke, im Guten oder auch im Schlechten. 

Die Liebe zum Dokumentarfilm

Der Dokumentarfilm, oder besser gesagt die Realität, übertrumpft oftmals die Fiktion. In meiner Arbeit treffe ich auf unglaubliche Persönlichkeiten, auf Schamanen, auf Leute, die mir ganz verschiedene Türen auf die Welt öffnen. Bislang war mein Antrieb im Dokumentarfilm vor allem dieser grosse Wunsch in die Welt hinauszugehen. Darum mache ich Filme. Es ist zugleich eine Suche nach Abenteuer aber auch eine Lehre. Jeder Film, ist für mich, eine Lebenslehre.

 Risiken gehören zum Leben

Man muss ein Minimum von Risiken eingehen, sonst macht man nichts, beziehungsweise hat man dann kein anderes Bild von der Welt. So übernimmt man immer nur diese gleichen Vorstellungen, die man schon erlebt hat. Daher muss man auf die Suche gehen. Leben heisst Risiken einzugehen. Jeden Tag gehen wir Risiken ein. Also müssen wir lernen, wie wir Risiken richtig eingehen können.

Video ©2020 Kultur Wallis
Künstlerin: Pauline Epiney - Künstlerporträt auf Kultur Wallis
Interview: Sophie Michaud / Kultur Wallis
Realisation: Alexandre Bugnon / societe-ecran media
Fotos: ©Kultur Wallis | Alexandre Bugnon / societe-ecran media
Veröffentlicht: 05.11.2020
Podcast
Soundcloud: https://bit.ly/33WFZjb
Spotify: https://spoti.fi/2MI79o7
Apple Podcast: https://apple.co/2BDVmRJ
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