Pauline Epiney

Mit spielender Leichtigkeit bewegt sich die Walliser Schauspielerin und Regisseurin Pauline Epiney über die Bühnenbretter. Dabei traut sie sich auch vergleichsweise komplexe Themen, wie beispielweise Transgender oder Feminismus anzusprechen. Mehr zu Pauline -> im Künstlerporträt von Kultur Wallis.

Podcast: Pauline Epiney

auf Französisch

Mit spielender Leichtigkeit

Wie Pauline zum Theater kam
Der Tanz ist etwas, das ich sehr gerne mag, das ich immer liebte und immer noch gerne mache. Aber ich denke, dass dies nicht die Ausdrucksart ist, mit der ich am liebsten leben möchte. Ich möchte nicht nur das machen. 

Es ist wahr, dass ich für eine relativ lange Zeit mich selbst gesucht habe. Theater ist letzten Endes auch etwas Körperliches, ähnlich wie Tanz. Und noch dazu, gibt es die Literatur, die sich in diese Kunstform hineinfügt. Und so kam es, ganz plötzlich, dass sich all meine Interessen und Leidenschaften im Theater wiedergefunden haben. Und das war der eindeutige Beweis. Ich sagte mir, das ist es jetzt. Das will ich aus meinem Leben machen. 

Arbeit im Team
Ich muss, sobald ich auf die Bühne komme, meine Gedanken ausblenden, einfach machen, in der Handlung aufgehen. Genau da kann ich loslassen und voranschreiten. Sobald ich merke, dass ich mir plötzlich zu viele Gedanken mache, mache ich einen Schnitt und versuche sofort zurück zum Körperlichen zu gelangen. 

Es ist klar, dass es nicht immer gleich einfach ist. Aber dann, kann man sich auch immer auf die anderen SchauspielerInnen verlassen, die mit uns spielen. Das hilft sehr stark. Also ist man auch nie ganz alleine. Und klar ist da noch die Regisseurin oder der Regisseur, die uns anleiten. Letzten Endes ist es eine Gruppenarbeit.

 Wie kam es zum Stück «Kate»?
Ich hatte keine Lust, einen Text auszuwählen. Und dann hatte ich den plötzlichen Impuls, zu sagen: «Ich werde den Text selbst schreiben».  Ich habe den Text verfasst, weil ich einiges zu sagen habe. Ich habe Lust, Dinge zu erzählen, die mich berühren und die auch persönlich sind. Ich habe mich stark darin vertieft und es wurde zu einer Notwendigkeit, eine Vorführung daraus zu machen. 

Das war eine erste Kreation, bei der ich verschiedene Hüte trug, weil nicht viel Geld zur Verfügung stand, um das Stück zu realisieren. Also ist es war, dass ich letztendlich die Szenografie, die Kostüme, die Regie, die Dramaturgie und diverse administrative Arbeiten machte. Und ich bin stolz darauf, dass ich das Stück bis zum Schluss durchgezogen habe. 

Bühne oder Film ?
Wenn man mich zu einer Wahl zwingen würde, so würde ich die Bühne wählen. Aber auch Film interessiert mich sehr. Ich habe immer mehr Lust darauf. Bislang ist es eher noch ein Traum. Aber mir zu sagen, ich will eines Tages einen Film realisieren, das ist etwas, das mich sehr interessieren könnte.

Was der Kulturförderpreis 2020 des Kanton Wallis für Pauline bedeutet
Ein Preis ist nicht alles. Damit ist noch nicht alles erreicht. Überhaupt nicht, im Gegenteil. Man muss weiterarbeiten, so gut man kann, vorwärtsgehen. Nichts ist gewonnen. Nie. Also muss man weitermachen, weiter und weiter. Aber auch deshalb ist es wichtig, auf einmal solche Feedbacks zu haben, die einem sagen: «Ja, mach weiter!». Das tut immer gut.

 

Video ©2020 Kultur Wallis
Künstlerin: Pauline Epiney - Profil d'artiste sur Culture Valais
Interview: Sophie Michaud / Kultur Wallis
Realisation: Alexandre Bugnon / societe-ecran media
Fotos: ©Kultur Wallis | Alexandre Bugnon / societe-ecran media
Veröffentlicht: 08.09.2020
Podcast
Soundcloud: https://bit.ly/33WFZjb
Spotify: https://spoti.fi/2MI79o7
Apple Podcast: https://apple.co/2BDVmRJ
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