Heinz Julen

Heinz Julen Copyright: Christian Pfammatter

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Freisetzung unglaublicher Energien

Im Backstage Hotel in Zermatt steht ein langer Holztisch mit Bänken. Wie in einer Berghütte setzen sich hier alle möglichen Leute zueinander. Gut möglich, dass ein weltbekannter Musiker zur Seite rutscht, um einem weiteren Besucher Platz zu machen. Wird der sympathische Schotte am Tischende nicht als Grösse der internationalen Kunstszene erkannt, kümmert das niemanden. Genau diese ungezwungene Atmosphäre ist es, die das Backstage Hotel auszeichnet.

Heinz Julen führt sein Hotel nach dem Motto «My home is your home». Er teilt mit den Gästen mehr als nur Räume. Er lässt Besucher an seinen Gedanken und Empfindungen teilhaben, die durch das einzigartige Konzept und Design sichtbar sind. Spricht ihn ein Gast an, gibt er ihm das Gefühl, sonst nichts, aber auch gar nichts zu tun zu haben als diesen Dialog zu führen. «Hotelier ist einer der schönsten Berufe. Du kannst die Welt zu dir einladen», sagt der grossgewachsene Mann. Das sei durchaus verlockend. Und er erinnert an das Beispiel von einem international erfolgreichen Möbelunternehmer. Er hatte bereits alles, was man sich wünschen konnte. Seine Einrichtungsgegenstände waren sogar in der permanenten Sammlung des Museums of Modern Art in New York zu sehen. Aber – er wollte ein Hotel in Zermatt. «Hotels können Träume und Emotionen wecken. Sie können unglaubliche Energien freisetzen», fügt das Multitalent an.

Beim Bau seiner Gasthäuser stand nie ein Business Case im Zentrum sondern immer eine Idee. «Ich weiss, dass das nicht der Normalfall ist. In dieser Hinsicht bin ich privilegiert. Wenn es gelingt, ein Lebensgefühl zu vermitteln, kann man auf diese Weise dennoch erfolgreich sein.» Heinz Julen würde gerne noch einmal ein Hotel gestalten. Nicht einen weiteren Gastbetrieb zu besitzen reizt ihn. Das schreckt ihn eher ab. Faszinierend fände er die Errichtung eines Gegenpols zum Backstage Hotel. Während in einem Haus das Leben pulsiert und ein reiches kulturelles Angebot besteht, könnte im anderen Raum sein für Rückzug und Stille. «Man sollte so bauen wie man selber gerne leben würde.» Heinz Julen weist auf die Gefahren von Modetrends in der Hotellerie hin. «Im Moment ist vielerorten Alpenchic Trumpf. Ein bisschen altes Holz, herumliegende Felle, Hirsche wohin das Auge blickt und Gämshörner. Aber wenn etwas so omnipräsent ist, wird das Ende des Trends nach zehn Jahren absehbar. Danach ist man gezwungen alles neu zu machen.» Die Pioniere der Hotellerie wie César Ritz legten sehr viel Wert auf gutes Design. «Das hat noch immer Bestand», ruft Heinz Julen in Erinnerung.

Noch nicht ganz abgeschrieben hat der findige Zermatter das Luxushotel «The World’s Dream Peak» auf dem kleinen Matterhorn. Der dreibeinige pyramidenförmige Glas- und Stahlbau sollte dem Gipfel die fehlenden 117 Meter verleihen, um in die Riege der Viertausender aufzusteigen. «So ein Projekt würde eine internationale Strahlkraft entwickeln, von dem die ganze Schweiz profitieren könnte. Unsere Konkurrenz ist nämlich nicht in Grächen, Saas-Grund oder Österreich, sondern in Indien, China oder Südamerika.» Eine Gefahr für den Walliser Tourismus würden Länder darstellen, die gewillt seien visionäre Projekte zu realisieren. «Der Milliardär Richard Branson möchte Menschen ins Weltall schicken. Das ‹Peak› wäre eine ökologischere Variante des Space-Shuttles.» Heinz Julen ist sich sicher, dass sich ein interessantes Gästesegment auf den Weg in die Alpen machen würde, um auf 4000 Metern über Meer zu übernachten. «Menschen sind immer auf der Suche nach dem Besonderen.» Von den politischen Verantwortlichen erhofft sich der Querdenker nicht mehr allzu viel. «Unterstützung erwarte ich von der Seite schon lange nicht mehr. Ich wäre schon froh, wenn der Kanton visionäre Projekte von privaten Investoren nicht mehr bremsen oder verhindern würde. Das würde keinen einzigen Steuerfranken kosten. Vom Mehrwert hingegen könnte das ganze Land profitieren.»


www.heinzjulen.com

Fotos: © Christian Pfammatter
Text: Nathalie Benelli

Erschienen am 3. September 2018

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