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János Németh

Noch bis zum 18. Dezember ist János Németh in Leuk in der galleria graziosa giger zu sehen. Gezeigt werden mittelformatige Werke und Collagen aus unterschiedlichen Schaffensphasen.

Was ist Farbe? Für János Nemeth ist sie eine Befreiung vom totalitären Kanon. Und sie ist Träger optischer Prozesse. Der Wahrnehmungsprozess wird verstärkt und dynamisiert, da die komplementären oder simultanen Farbveränderungen im Sehvorgang stattfinden. Die Farbe ist insofern etwas sehr Bewegliches und Individuelles, das in János Némeths Gemälden zu einem Ereignis im besten und schönsten Sinne wird.

János Németh wurde 1936 in Debrecen, Ungarn geboren. Seit 1956 lebt er in der Schweiz. Nach der Kunstgewerbeschule in Zürich war er lange als
Grafiker, Restaurator und Theatermaler in Basel tätig. Seit 2002 ist er als freier Künstler in Visp ansässig. Was in der ungarischen Akademie mit gegenständlichen Aquarellen anfing, entwickelte sich in den 60er Jahren zu einer radikalen Neuausrichtung der Kunst, die sich von jeglicher Abbildfunktion und Formaussage verabschiedete. János Németh kann als Pionier der reinen Farbmalerei bezeichnet werden, in der die Farbe einmal mehr impressionistisch, einmal mehr mystisch die Funktion der Gestaltung übernimmt. Tauchten in den politisch bewegten 70er Jahren noch Buchstaben und Zahlen als Versatzstücke oder als Bänder auf den Gemälden auf, übernimmt in den 80er Jahren immer mehr die Flecken- oder Tropfenmalerei das Feld. Hier arbeitet János Nemeth mit der Wirkung gleichwertiger Farben. Sie sind für ihn eine Art malerische Ablagerung oder Sedimente sozialer Prozesse und können als parallele Entwicklung zur monochromen Farbfeldmalerei verstanden werden. Ein zweiter Schwerpunkt der Ausstellung bilden die Collagen. Sie sind durchgängig in schwarz-weiss gehalten und als explizite Verarbeitung politischer Ereignisse mit Formen durchsetzt.

www.galleriagraziosagiger.ch

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