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Helikopter-Streichquartett - davon erzählen Sie noch Ihren Enkeln

Man nehme ein Streichquartett, vier Helikopter mit Piloten und Tontechnikern, vier Fernseh- und Tonübertragungsgeräte, ein Hörsaal mit vier Fernsehgeräten und Lautsprecheranlage, ein Tontechniker mit Mischpult, ein Moderator und fertig ist das Helikopter-Streichquartett. Es gilt als eines der am schwierigsten aufzuführenden Musikstücke der Welt. Wen wunderts, denn der Aufwand ist enorm. Keine Mühen gescheut, um dieses Werk von Stockhausen aufzuführen hat das Forum Wallis, das Festival für neue Musik. Zu sehen ist das Spektakel am Sonntag, dem 25. Mai 2015, um 15.00 Uhr im Tanzzentrum Sosta beim Bahnhof Leuk.  

Die Komposition Karlheinz Stockhausens basiert auf der einfachen Idee eines Streichquartetts, bei dem die Rotorblätter als zweite Instrumente fungieren, deren Klang sich in den Klang der Hauptinstrumente einfügen. Das Stück läuft folgendermaßen ab: Ein Moderator, stellt das Werk vor und erklärt seine technischen Aspekte. Die Spieler werden auf den Monitoren gezeigt, wie sie zu den Hubschraubern gehen oder gefahren werden und dort einsteigen. Sie bleiben mit ihren Instrumenten immer im Bild der Kamera, die im Hubschrauber in einer festen Einstellung Spieler, Instrument, den Boden und die Scheibe zeigen. Hier beginnt die Musik. Die Hubschrauber kreisen in einem Radius von etwa 6 km um den Konzertsaal; sie wechseln ständig die Flughöhe, um klanglich und optisch einen modulierenden Effekt zu erzeugen. Alle zwölf ankommenden Signale werden live durch den Tontechniker gemischt. Abstieg und Landung dauern fünf Minuten, wobei das leiser werdende Geräusch der Rotorblätter als Hintergrund für die Rückkehr des Streichquartetts in den Hörsaal dient. Kurz gesagt, so etwas erleben Sie nicht so schnell wieder. 

Mehr Informationen zum Forum Wallis.

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