Sprache

fr de

Cinphonie 2015

Wie klingt ein Bergpanorma? Wenn Sie diese Frage nicht schlüssig beantworten können, sollten Sie "Cinphonie 2015" nicht verpassen. "Cinphonie 2015" macht nicht nur Bergpanoramas hörbar sondern macht den Zusammenschluss der Schweiz mit dem Kanton Wallis im Jahr 1815 als animiertes Lichtspiel sehbar und in zeitgenössischen Klangfarben hörbar.

Das Spektakel ist am 9. und 11. Oktober im Theater La Poste in Visp zu sehen, am 16. und 17. Oktober im Théâtre Les Halles in Siders und am 24. Oktober im Théâtre Martolet in Saint-Maurice.

Die topographischen Grenzprofile der Schweiz und des Wallis dienen als Grundlage zu dieser Assemblage von Film und Musik. Diese spartenübergreifende Fusion aus Cinema und Sinfonie wird von Jonas Imhof, Komposition und Christoph Heinen, Animation bearbeitet. "Panorama_Musik" dient als Grundidee für das Bearbeitungskonzept: "Beim Betrachten eines Bergpanoramas sticht die prägnante Bergkette ins Auge. Auf dieser wird an all ihren Richtungsänderungen eine Note gesetzt, so dass daraus eine Tonabfolge entsteht. Diese Melodie ist das musikalische Thema und wird zu einem längeren Musikstück arrangiert, welches live interpretiert wird." Das Werk ist gegliedert in drei Sätze: im ersten Teil wird die Kultur, im zweiten Teil die Natur und im dritten Teil der Mensch thematisiert. Die synchron projizierte und animierte Filmcollage ist eine geistige Grenzöffnung, bei der das Medium Film wenig mit dem „herkömmlichen“ Wallis verbindet. Die Motive und Themen werden musikalisch und filmisch getrennt recherchiert, bearbeitet und dadurch von Jonas Imhof und Christoph Heinen persönlich interpretiert bzw. umgesetzt.

Die Walliser Sinfonie

Die 13 Bezirke, welche allesamt an die Kantonsgrenze stossen, bilden den ersten Satz aus 13 unverkennbaren Teilstücke. Es entstanden Miniaturen, welche Charakter und Individualität jedes Bezirkes einfangen. Im zweiten Satz ist das Grenzprofil der Schweiz verarbeitet. Das Rohmaterial als atonales Konstrukt wahrgenommen, wurde in eine musikalische Form gebracht. Zu hören ist, wie sich diese Tonreihen mit verschiedenen Farben, ostinat oder schwebend, zu Musik zusammenfügen. Grenzen sprengen – Im dritten Satz liegt der Fokus auf grafischen Partituren. Es werden andere Aspekte des Musikmachens bedient, welche nicht in Maßeinheiten darstellbar sind: Spontane Improvisation und Klangphänomene. Im Mittelpunkt stehen die Solisten Manuel Mengis und Yannick Barman, welche das Orchester mittels elektronischen Quellen ergänzen.

Immer schon haben sich Künstler von Naturerscheinungen inspirieren lassen. Was in der Musik bei Vivaldis «Vier Jahreszeiten» sanfte Winde und heftige Stürme sind, ist bei Debussys Vertonung "La Mer" die weite See mit ihrem Wellengang und in Messaiens Werken der Vogelgesang. Auf der anderen Seite gab es auch immer einen mathematischen Ansatz zum Komponieren, wie beispielsweise in Bachs "Kunst der Fuge" oder in der 12-Ton-Musik. Seit wir das bewegte Bild haben, gibt es eine Zusammenarbeit zwischen Tonkunst und Filmkunst. Einerseits wurden Stummfilme live vertont, andererseits Bilder zu Musik animiert. Über den wissenschaftlichen Ansatz (topographische Profile) verfolgt "Cinphonie 2015" die künstlerische Auseinandersetzung in der musikalischen Komposition und spürt bei der Filmprojektion den grafischen Animationsfilmen (Konkreter Film) von Hans Richter, Oskar Fischender, Walter Ruttmann u.a. nach. Die synchron projizierte und animierte Filmcollage ist eine geistige Grenzöffnung, bei der die experimentell-konkreten Filme der 1920er Jahre Einfluss finden.

Das Walliser Sinfonieorchester

"Cinphonie 2015" wird in Zusammenarbeit mit dem "Walliser Sinfonieorchester" (WSO) realisiert und ist der erste Auftrag für dieses Projektorchester. Das WSO, setzt sich mit Profi- und Amateurmusikern aus dem Wallis zusammen. Der Verein "Walliser Sinfonieorchester" steht unter dem Präsidium von François Valmaggia und das Orchester wird von Etienne Mounir geleitet.

Offen und modern

"Cinphonie 2015" wurde im Rahmen von Wallis/Valais 2015 für die Feier des 200-Jahr-Jubiläums als Sternprojekt im Bereich "Musik" gewählt: "Der Geschichte des Kantons bewusst, galt es, unseren Blick in die Zukunft zu richten und unvergessliche Veranstaltungen zu organisieren. Dieses historische Ereignis soll sich in die Erinnerung aller eingravieren und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Veranstaltungen sollen volksnah sein und im Zeichen der Gastfreundschaft, der Begrüssung, des Austauschs, der Öffnung sowie der Neuerung und der Entdeckung stehen". In diesem Sinn setzt sich "Cinphonie 2015" mit Grenzerfahrung, -erweiterung, -auflösung und Grenzöffnung auseinander: "Grenzen erweitern heisst offen sein für Neues und die Zukunft an den Hörnern nehmen."

Solisten

Manuel Mengis, Visp – Trompete / elektronische Quellen

Musiker/Bergführer, Ausbildung an der Hochschule Luzern, erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen, spielt seit Jahren im In- und Ausland, hauptsächlich im Bereich der improvisierten Musik, daneben Projekte im Feld der E-Musik/ Theater. Kollaboration mit: Bruno Amstadt, Arthur Blythe, Stefanie Amman, Christoph Coburger, Roberto Domeniconi, Achim Escher, Christoph Erb, Donat Fisch, Lionel Friedli, Roland von Flue, Flo Götte, Vincent Glanzmann, Hämmi Hämmerli, Barbara Heynen, Franz Hellmüller, Harald Haerther, Gilbert Jossen, Jonas Imhof, Hans Koch, Valentin Kessler, Vera Kappeler, Peter Landis, Patrice Moret, Vincent Membrez, Christian Niederer, Jonathan Nott, Roman Novka, Bänz Oester, Adrian Pflugshaupt, Andre Pousaz, Hans-Peter Pfammatter, Marcel Papaux, Norbert Pfammatter, Luca Ramella, Samuel Rohrer, Bruno Spoerri, Co Streiff, Flo Stoffner, Fredy Studer, Irene Schweizer, Julian Sartorius, Luca Sisera, Marcel Stalder, Philipp Schaufelberger, Peter Schärli, Rafael Schilt, Reto Suhner, Tobias Schramm, Manuel Troller, Christian Weber und anderen.

www.manuelmengis.ch

Yannick Barman, Massongex – Trompete / elektronische Quellen

Yannick hat mit den folgenden Musiker zusammengearbeitet: Léon Francioli, Steve Swallow, François Lindemann, Andrea Parkins, Daniel Humair, Ohad Talmor, Christophe Schweizer, Harald Haerter, Charles Schneider, Marcel Papaux, Dan Weiss, Ben Monder, Miles Okazaki, Marcello Giuliani, Dragos Tara, Laurent Bruttin, David Doyon, Jacques Hostettler, Cyril Regamey, Malcolm Braff, Christoph Erb, Piano seven, Franco Mento, Vincent Zanetti, la fanfare du losange, Pascal Emonet, Rova saxophone quartet, Sakoto Fujii, Eugene Kovax (Gergely Sutö), Matthieu Michel, Dominik Burkhalter, Urs Leimgruber, Christy Doran, Hans-Peter Pfamatter, Stade, Bruno Amstad, Jean-François Monot, Brice Catherin, Blixa Bargeld, Black Cracker, David Doyon, Cyril Regamey, usw. Konzerte in der Schweiz, Frankreich, Deutschland, Polen, Belgien, Portugal, Mali, Burkina Faso, China, Viet-Nam, Thailand, USA, Albanien, Österreich, Ungarn, Lichtenstein, Taiwan, Litauen, Australien... www.yannickbarman.com

 

 

 

 

 

Zurück