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20 Jahre Literaturfestival Leukerbad

Das Internationale Literaturfestival Leukerbad eröffnet zu seinem 20. Jubiläum die literarische Fernsicht, vom 3. bis 5. Juli 2015, mit rund 40 Teilnehmern: Neben den über 30 Autorinnen und Autoren, die wie gewohnt ihre Werke vorstellen, verorten Philosophen und Sprachwissenschaftler die heutige Literatur in hochkarätig besetzten Gesprächsrunden.

Die Literarische Wanderung findet neu am Donnerstag vor dem Festival statt. Unter dem Titel «Perspektiven: Literatur und Gesellschaft heute und morgen» werden Autoren, Philosophen und Sprachwissenschaftler aus dem ganzen deutschsprachigen Raum – darunter Konrad Paul Liessmann, Klaus Theweleit und Joseph Vogl – Mass nehmen an der heutigen Literatur, ausloten und aufzeigen, wo die Literatur heute steht und wozu sie fähig ist.

Auseinandersetzung mit der jüngeren Geschichte

Dass Literatur Stellung zu aktuellen politischen Konflikten nehmen kann, zeigen David Grossman (Israel), Fawwaz Haddad (Syrien) und Serhij Zhadan (Ukraine). Drei Romane, die sich mit der jüngeren Geschichte auseinandersetzen, präsentieren ausserdem Nino Haratischwili, die ein georgisch-europäisches Familienepos verfasst hat, Thomas Hettche, der die grossen Linien des neuzeitlichen Umbruchs auf der verwunschenen Pfaueninsel in der Havel nachzeichnet, und Steven Uhly, der die Jahre direkt nach dem offiziellen Ende des zweiten Weltkriegs thematisiert.

Unveröffentlichtes, Neues und Bewährtes

Einblick in noch Unveröffentlichtes, Neues und Bewährtes gewähren uns Judith Hermann, Thomas Hürlimann, Thomas Kapielski, Urs Mannhart, Katja Oskamp, Armin Senser und Peter Stamm. Neue Werke stellen der in Frankreich gefeierte Jérôme Ferrari und die beiden Österreicher Rosa Pock und Heinrich Steinfest vor. Eine neue österreichische Stimme ist mit Sandra Gugić vertreten. Und auch Christian Uetz reist mit einem neuen Roman im Gepäck ins Oberwallis.

Fokus Walliser Literatur

Der Kanton Wallis ist in diesem Jahr stark vertreten: Roland Buti, Pierre Imhasly und Julien Maret (in Zusammenarbeit mit dem CTL – Centre de Traduction Littéraire Université de Lausanne) reisen nach Leukerbad und Werner Ryser wird seinen Roman «Walliser Totentanz» am Festival vorstellen. Ausserdem wird mit S. Corinna Bille (1912–1979 ) wieder eine verstorbene Autorin in einer Präsentation mit Bild und Ton gewürdigt.

Sade, Rousseau und hochklassige Lyrik

Stefan Zweifel und Thomas Sarbacher stellen Marquis de Sade und Jean-Jacques Rousseau in neuen Übersetzungen vor: von Rousseaus idyllischem Traum am Bielersee in den Abgrund der Sade’schen Kerker. Internationale Lyrik auf höchstem Niveau versprechen Christoph W. Bauer, die niederländische Poetin Anneke Brassinga, Marcel Beyer, Gerhard Falkner – der zusammen mit Yves Netzhammer auch poetische Filme am Festival präsentieren wird –, Meena Kandasamy aus Indien, Anne-Marie Kennesey, Shahin Najafi aus dem Iran, Joachim Sartorius und Armin Senser.

Foto: Jonas Ludwig Walter

www.literaturfestival.ch

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